Geschichte

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Auf der Spur von Vergangenheit und Gegenwart


"Ich kann mich nur mehr durch die Erinnerungen meines Vaters den einigen hundert Häusern entsinnen, die nebeneinander, gegenüber und hintereinander stehend das Dorf bildeten, das dem Reisenden heute als der Marktfleck Enying bekannt ist. Staunend über diese prachtvolle Wirtschaft, die ihn umgibt, und ahnend, welch Reichtum hier herrscht, ist ihm, als ob dies der Geburtsort von Gottes Segen wäre, und sich über die Eben erstreckte, die zwischen der Donau und den Hügeln der Branau liegt."
(Gereben Vas: Große Zeiten, große Leute (1856) - Ausschnitt)



Die Kleinstadt des Komitats Fejér mit 7300 Einwohnern liegt nahe des südlichen Endes des Plattensees, auf dem fruchtbaren Mezőföld. Erstmals wurde die Siedlung im Jahre 1138 urkundlich in der Landwirtschaftsliste des Bistums von Dömös erwähnt. Nach mehreren Besitzerwechseln (Bischof von Veszprém, Familie Rozgonyi, Familie Batthyány, Familie Ányos, Familie Török, Familie Babocsay) kam Enyig 1720 wieder in den Besitz der Familie Batthyány wodurch die Entwicklung der Wirtschaft und der Siedlung wieder miteinander verbunden waren.
Enying bekam sein typisches Antlitz während des XVIII-XIX. Jhs. In dieser Zeit spielten sich auf dem von Prinz Philipp Batthyány organisierten Besitz wichtige Bauten ab: die Erweiterung des Battyány-Schlosses, die Gebäude der Wirtschafsleiter, Die landwirtschaftlichen Gebäude und die Anlegung des um das Schloss herum befindlichen Englischen Gartens, sowie der Bau der katholischen Kirche. Diese Gebäude trugen maßgeblich zum städtischen Aussehen Enyings bei und dominieren auch heute noch das Stadtbild.
Die Gemeinde war zwischen 1867-1961 Kreishauptstadt. 1880 wurde die auch Enying passierende Eisenbahnlinie Veszprém-Dombóvár errichtet, wodurch die Gemeinde ein Bahnhofsgebäude bekam. Am Ende des XIX. Jhs funktionierten bereits eine Post, ein Telegraphenbüro und eine Sparkasse in Enying.
Die im Jahre 1950 vom Komitat Veszprém an das Komitat Fejér angeschlossene Gemeinde bekam 1992 das Stadtrecht. Heute ist sie das administrative, medizinische, kulturelle, Handels- und Unterrichtszentrum der Kleinregion. Die durch die Landstraße 64 geteilte Gemeinde ist mit ihrer grünen, breiten Hauptstraße, ihren gefälligen Gebäuden und ihren von blumenübersähten Vorgärten umgebenen Wohnhäusern eine angenehme, stimmungsvolle Kleinstadt.


Gemeindeteile: Alsótekeres, Balatonbozsok, Kabókapuszta und Lebeshegy-Ófalu. In Alsótekeres befindet sich die von der Familie Schrikkler gegründete landesweit bekannte Obst- und Dekorbaumschule.


Das im Jahre 1082 entstandene Dokument ist ein Beweis dafür, dass der erste Besitzer von Balatonbozsok die Kirche St. Michael in Veszprém war. Im Jahre 1435 ist das Bozsok Predium bereits als Besitz der Kirche von Fejérvár vermerkt. Bis zum Ausgleich war Baltonbozsok die Kreishauptstadt, wonach 1867 Enying diesen Titel übernahm. Bis zum Ausbau der Bahnstrecke Veszprém-Dombóvár transportierte man über Bozsok das Getreide vom Süden in Richtung Veszprém. Die Gemeinde war Raststätte für die Durchreisenden, wo in dieser Zeit jedes dritte Haus als Gasthaus fungierte. Die Türken zerstörten den Dachstuhl der Kirche aus dem Zeitalter der Árpáden, welcher von der Bevölkerung neu aufgebaut wurde.
Auf dem Hügel neben der Kirche befand sich die erste Siedlung, wonach im Zuge der Türkenvertreibung am heutigen Hügelrücken die Gemeinde zu expandieren begann. Sie vereinigte sich im Jahre 1966 administrativ mit Enying. Laut der Legende aus der Türkenzeit führte von Leshegy-Ófalu ein Schleichweg in die damalige Erdburg der Familie Török, deren Besitz Enying im XV. Jh. war.


Den Gemeinden der Kleinregion Enying ähnlich hat der Pferdetourismus auch in Enying eine lange Tradition. In Kabókapuszta bietet der Reithof Kabóka mit seiner malerischen Umgebung - von Wäldern, Wiesen und Fischteichen umgeben Reit-, Crosscountryreit- und Angelmöglichkeiten für die Liebhaber von Pferden und unberührter Natur.

 

/Bearbeitend auf den Spuren der Materien von Tourinform/

2009-04-21 14:06:37